Folge 57: Trialog mit der Friedensforscherin Prof. Cora Bieß

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00:00:00: Ja, hallo lieber Innan.

00:00:01: Hallo liebe Leute!

00:00:02: Wir befinden uns gerade im Elektroauto auf dem Weg zu einer Friedensforscherin.

00:00:08: Inan erzählen?

00:00:10: Ja genau eine liebe quasi neue Kollegen auch von mir.

00:00:14: Frau Professor.

00:00:15: Doktor Korbis hat sich damit hat sich ein Verstanden erklärt, mit uns mal ein bisschen über Buchstücklich.

00:00:22: Über die Welt und Frieden und Konflikte und natürlich auch die Konflikte, die auf sozialen Medien zum Beispiel passieren Mal zu sprechen.

00:00:29: da würde sie sich natürlich auch ein bisschen vorstellen.

00:00:31: Wir haben garantiert auch einige Fragen aber natürlich auch wieder unseren Senf mit dazu zu geben Und ich hoffe ihr seid dann genauso gespannt wie wir.

00:00:40: Genau also Ich habe mir heute deswegen auch extra einen Rudi angezogen den mir eine Gesamtschule geschenkt hat in Mannheim, weil ich wirklich immer sehr berührt bin wie sehr sich Kinder und Jugendliche für das Thema Frieden interessieren.

00:00:55: Friedensenergien, Friedenspolitik da bekomme ich mit die meisten Fragen zu ja und ich bin einfach gespannt was wir von der Kollegin da lernen können.

00:01:04: Und du?

00:01:05: Wie siehst Du das?

00:01:06: Ganz genau denn Sie ist bei uns primär sogar für die Kindheitspädagogik Und das passt ja natürlich auch super auf ihr Profil, weil sie auch viel in Richtung Bildung, natürlich Pädagogik im Rahmen der Friedensforschung auch macht.

00:01:19: Also ich glaube, dass wird heute schon recht spannend!

00:01:21: Also in dem Sinne bleibt dabei und ihr habt den Vorteil... wir schalten jetzt ab, dass ihr gleich mit uns am Zielort bei der Kollegin in Tübingen seid.

00:01:33: Genau

00:01:33: bis dann,

00:01:34: ciao!

00:01:57: Hallo Frau Professorin!

00:02:02: Ja, hallo und herzlich willkommen zu unserer seiner weiteren Auswärtsfolge.

00:02:08: Wie versprochen beim letzten Mal besuchen wir hier eine Eigentlich frische neue Kollegen könnte man fast sagen, jetzt ungefähr ein Dreivierteljahr.

00:02:17: Frau Prof.

00:02:17: Dr.

00:02:18: Korabis offiziell bei uns in der Kindheitspädagogik und in der Lehre aber auch wie wir schon ein bisschen verraten haben in der letzten Folge viel in der Forschung unterwegs Richtung Friedensforschung-Kindheitspädagogik.

00:02:30: Sie wird sich selbstverständlich gleich noch mal ein bisschen selbst vorstellen.

00:02:34: natürlich mache ich das Ganze nicht alleine für die, die uns nur zuhören.

00:02:38: Wir sind natürlich weiterhin zur dritt mit dem lieben Herrn Professor.

00:02:43: Und ja, würde mich vielleicht freuen wenn du dich vielleicht ein bisschen kurz was zu dir selbst sagen kannst wer du bist was du so feines machst und dann steigen wir vielleicht auch schon direkt in Diskussion ein?

00:02:54: Was meinst du mich ja?

00:02:55: Ja also du hast mich da zum professor gemacht.

00:02:57: ich bin hier nur der Doktor das sind die Professoren aber wir sind an meiner Almamata also an Entübingen und das ist eine sehr coole Location.

00:03:07: Ich fühle hier so viel Friedens, Vibes wie sonst nur in Kirchen oder Gotteshäusern und zu unserer Verteidigung.

00:03:13: das Club Marte hat hier unser Ex-Berliner mitgebracht also sozusagen.

00:03:21: In Berlin muss das in Tümingen darf das aber jetzt sind wir alle gespannt.

00:03:26: ja danke dass wir beides sein dürfen.

00:03:29: erzählt wer bist du was machst du?

00:03:32: Ja vielen Dank fürs Gespräch.

00:03:34: ich freue mich Heute hier zu treffen in Tübingen und im Austausch zu sein.

00:03:40: Mein Name ist Kora, ich bin Friedensbildnerin und Friedensforscherin und beschäftige mich ganz viel mit den Veränderungen die das postdigitale Zeitalter mit sich bringt auf Gewalt aber auch auf Krieg und Frieden und auch die Frage wie mediatisiertes Aufwachsen dadurch aussieht und was es für unsere zukünftigen Gesellschaften bedeutet.

00:04:04: Das finde ich ja schon mal, das ist ja etwas was uns häufig begleitet bei unseren Podcast-Themen.

00:04:10: und jetzt denke ich mir wenn ich das mal so provokant formulieren würde.

00:04:15: Was gibt es da eigentlich zu forschen wirklich?

00:04:17: Ich meine wir wissen ja alle als Menschen großartig zu sagen Ja Gewalt is doof und seid alle lieb zueinander und hört doch einfach auf damit!

00:04:27: Was bedeutet Friedensforschung, wenn man das mal einfach blöd zusammenfasst wie ich?

00:04:33: Ja, die Friedensforschung beschäftigt sich im Kern mit vier großen komplexen Themen.

00:04:38: Nämlich wie hängen Krieg, Gewalt, Konflikt und Frieden miteinander zusammen?

00:04:43: Und wie kann Frieden gefördert werden und Gewalt abgebaut werden?

00:04:49: Und so wird häufig ein positives Konfliktsverständnis zugrunde gelegt – dass Konflikte mehr die Regel sind!

00:04:58: als die Ausnahme und Konflikte auch nicht per se was Negatives, sondern sie können auch eine Chance für Veränderung und Wandel sein.

00:05:04: Aber nur wenn Sie gewaltlos ausgetragen werden.

00:05:09: Und deshalb ist die Frage wann beginnt Gewalt?

00:05:12: Was wird überhaupt alles als Gewalt verstanden?

00:05:14: Darüber gibt es einen großen Streit in der Friedensforschung.

00:05:18: wie weit oder eng der Gewaltbegriff gezeichnet wird und die Frage dann auch Konflikttransformation gestalten, fördern hinzu einem friedensfördernden Miteinander in der Gegenwart und Zukunft.

00:05:34: Wir haben nicht nur am gleichen ISP studiert wie das Institut für Politikwissenschaft damals auch teilweise sogar noch die gleichen Lehrenden erlebt.

00:05:42: Die Rantierstaatstheorie wo es dann die welchen Einfluss fossile Ressourcen auf autoritäre Regime Gewalt Neigungen haben hat mich tief geprägt dann auch im Irak.

00:05:55: Wir haben auch extra Folge dazu gemacht und ich habe heute angezogen, extra Nudy den mir eine Gesamtschule geschenkt hat.

00:06:02: Ich werde sehr viel an Schulen eingeladen Und ganz egal welch Schulform die Schülerinnen und Schüler interessieren sich für das Thema Frieden.

00:06:13: War das schon immer so?

00:06:14: Hat es zugenommen durch die Digitalisierung?

00:06:17: Man könnte ja sagen, die Kids sind heute einfach mehr damit konfrontiert mit diesen Themen.

00:06:22: Wie erlebst du das?

00:06:22: oder was wissen wir darüber?

00:06:25: Ja, ich denke Krieg und Frieden ist eines der komplexesten Themen die die Menschheit seit Jahrtausenden beschäftigt.

00:06:32: Und auf komplexe Fragen gibt es keine einfachen Antworten.

00:06:36: Und gleichzeitig betrifft es uns alle.

00:06:39: Kinder und Jugendliche wachsen entweder mit Nachrichten über Krieg auf oder haben durch Zuwanderung eigene Erfahrungen gemacht und erleben auch aus Social Media diverse Inhalte Kriege über bewaffnete Konflikte oder auch gewaltvolle Konflikte.

00:06:57: Und dementsprechend ist es ein sehr berechtigtes Bedürfnis darüber, in Austausch zu gehen und Dynamiken und Phänomenen besser verstehen zu können und auch die Frage sich zu stellen was kann ich aktiv tun um mich für Frieden einzusetzen?

00:07:11: mit meinem Kontext?

00:07:12: Ja also das weiß nicht wie du das erlebst aber Ich habe sogar das Gefühl, dass es jugendliche junge Leute heute stärker interessiert als früher.

00:07:22: In meiner Jugend gab's die sogenannte Politikverdrossenheit und da waren wir, die wir uns für solche Themen interessierter haben – waren die komischen Nerds damals, die Streber sich überhaupt Zeitung oder so was gegönnt haben.

00:07:36: Heute betrifft es irgendwie alle, weil sie auf ihr Smartphone bekommen.

00:07:40: Ist das so?

00:07:41: Oder ist das nur... Verkläre ich vielleicht etwas?

00:07:44: Ja, ich glaube die Kommunikation Überkrieg hat sich verändert durch den digitalen Strukturwandel.

00:07:49: Im Jahr ist der Krieg gegen die Ukraine begann.

00:07:53: Es gab erstmals den Begriff oder das Phänomen War Talk in dem wirklich digitale Kriegstagebücher von Jugendlichen aus Kriegsgebieten über TikTok hochgeladen und verbreitet wurden und dadurch dann auch so ein Pier-to-Pier-Erfahrungsmoment entsteht.

00:08:13: Jugendliche... sehen diese Inhalte in ihrem eigenen Feed, sehen da vielleicht auch dass sie das gleiche Alter haben und auch ganz alltägliche Situationen geteilt werden von der Frage wie kochen Sie in einem Bunker bis hin zur Frage wie sieht eigentlich der Weg zur Schule aus?

00:08:33: Und welche Erfahrungen machen aber auch Kinder- und Jugendliche dann auf dem Weg ihrer Flucht.

00:08:39: All das ist durch dieses Phänomen War Talk sehr greifbar geworden und dadurch auch in die Alltagswelt von Jugendlichen, die hier in Deutschland aufwachsen übergeschlappt und dadurch ja auch durch diese Bild- und Tonaufnahmen sehr greifebar geworden.

00:08:58: Diese Niederschwelligkeit könnte man sagen hat durchaus dann Vor- und Nachteile, ne?

00:09:02: Weil früher musstest du ja wie du eigentlich im Grunde auch schon so angedeutet hast.

00:09:06: Da musst du es sich ja aktiv damit beschäftigen!

00:09:08: Du hast da ein Magazin genommen oder eine Zeitung oder hast halt mal Nachrichten geguckt und als Kind machst du das dertypischerweise nicht.

00:09:15: Und jetzt siehst du das ja auf so einer For You Page direkt.

00:09:19: also Vielleicht nicht kennen TikTok, aber wer kennt es nicht.

00:09:22: Es ist ja immer diese persönlichen Vorschläge die man meistens algorithmisch basiert dann kriegt und da ist das ganz oft so.

00:09:28: ich finde das interessant weil wenn ich so ein paar... Ich gucke auf YouTube manchmal so ein Paar politische Themen dann Da krieg ich relativ viel dann so typisch linkes Material Ja passt ja weit gehen.

00:09:38: Wenn ich dann auf TikTok bin Dann sehe ich einerseits relativ viel Rechtes Material zum Aufregen plus aber ganz viele aus welcher Krieg und Gewalt sehen.

00:09:47: Für Sprache zum Beispiel, für den russischen Angriffskrieg relativ wenig.

00:09:52: so.

00:09:52: gegen die Verteidigung kann man sagen dass das den, ich sag mal Kitz von heute auch ein bisschen vorgekaut wird.

00:09:59: eigentlich was sie so formen könnte.

00:10:02: oder überinterpretiere ich dazu viel?

00:10:05: Ich glaube es lässt sich so nicht generalisieren weil ja der for you page bei jene Menschen auch unterschiedlich aussieht und zumindest TikTok sagt, das ist ein sehr individualisierter kuratierter Feed.

00:10:19: Deshalb generalisierende Schlüsse daraus zu ziehen was jetzt welche Jugendlichen wirklich dann auch sehen und konsumieren es nicht so einfach abzuleiten.

00:10:28: gleichzeitig gibt es gewisse Phänomene die übergreifend sind und sehr herausfordernd sein können.

00:10:36: einerseits dass Inhalte sehr schnell wechseln können, also da können Kriegsdarstellungen zwischen lustigen Tanz- und Comedyvideos erscheinen.

00:10:45: Das kann ja sehr verstörend sein.

00:10:46: und auch die Frage was bedeutet das dann für den Umgang mit den aufkommenden Emotionen?

00:10:52: Es ist sehr herausfordernd es immer wieder einzuordnen.

00:10:55: darüber hinaus sind die Videos sehr kurz d.h.. Häufig bekommen die Menschen ja dann wenig Informationen zum Hintergrund des Entstehens, das Videos oder auch den dahinter liegenden Interessen.

00:11:09: Darüber hinaus haben wir dann die Schwierigkeit mit Desinformationen bis hin zu Deepfakes sind die Inhalte wahr oder gefälscht?

00:11:15: da gibt es auch viele Studien die im Nachhinein belegen konnten dass einzelne Inhalten aus Kriegsdarstellungen eigentlich aus einem anderen Krieg stammt und gar nicht zu der Zeit dort stattgefunden haben wie sie dargestellt werden.

00:11:27: also sehr vielfältige Herausforderungen, die damit einhergehen.

00:11:34: Die Chancen und Herausforderungen bringen also.

00:11:36: einerseits ist eine Chance darin diese Möglichkeit auch peer-to-peer Solidarität zu zeigen zum Beispiel aktiv zu werden das auch wirklich Stimmen von jungen Menschen gehört wären die vor des digitalen Strukturwandels noch sehr viel ungehörter blieben im politischen Diskurs weil hauptsächlich ja einfach Erwachsene Menschen-Entscheidungsträgerinnen sind in der Politik, in den Medien.

00:12:02: Das heißt durch die Möglichkeit das jetzt junge Menschen Zugang haben auch zu gesellschaftlichen Diskursen werden sie ein Stück weit höherbarer und können dadurch auch ihre Wünsche, Perspektiven, Forderungen an die Gesellschaft, an die Politik im Bezug auf Ihre Zukunft artikulieren.

00:12:23: Und auf der anderen Seite ist die Schwierigkeit dann dass sie allein und unbegleitet im Netz unterwegs sind.

00:12:31: Das heißt, vielen ihrer Erwachsenen-Bezugsperson oder auch Lehrkräften ist ja nicht immer bekannt was Sie eigentlich tagtäglich sehen.

00:12:39: Und das kann auch die Gefahr wirken, dass es retraumatisierend ist.

00:12:44: Retraumatisierung für Kinder und Jugendliche, die selber eigene Flucht- und Migrationsbiografien haben Gewalterfahrungen gemacht haben.

00:12:51: Oder auch sehr verstörend zurückgelassen werden, weil sie Inhalte nicht einordnen können.

00:12:58: Weil auch das Hintergrundwissen fehlt.

00:13:01: was bedeutet eigentlich dieses komplexe Phänomen Krieg und Frieden?

00:13:06: Was bedeutet es für die eigene Lebenswelt?

00:13:09: kann auch sehr viel Angst oder Unsicherheit und Ohnmacht auslösen.

00:13:12: Du hast ja sowas auch relativ viele Erfahrungen.

00:13:15: Absolut!

00:13:17: Da wird mir dann noch manches klarer.

00:13:18: also damals Als ich da aufgewachsen bin, war ich als Kind mit DDR-Hintergrund.

00:13:24: Also älteren DDR, Fluchtversuch, starsehafter Vater und so... Das war noch was Exotisches!

00:13:29: Wenn ich heute in eine Schule gehe, dann habe ich ganz viele Kinder die haben selber Fluchterfahrung beispielsweise, ja?

00:13:36: Ukraine, Syrien beispielsweise oder auch Indirekte dass sie zum Beispiel Angehörige haben im Libanon oder so etwas.

00:13:43: und das sind auch wieder sehr emotionale Elemente, weil mich natürlich dann die Kinder und Jugendlichen noch ansprechen.

00:13:50: Meist wird am Anfang abgecheckt ob ich glaubwürdig bin also ob ich wirklich für Frieden eintrete oder ob ich nur zum Beispiel nur für Israel oder nur für Juden oder nur Für Christen.

00:14:02: Also da wird quasi geguckt ist er wirklich glaubwürdig?

00:14:05: Und wenn sie das Gefühl haben Dann geht es aber auch sehr in dass was du gerade gesagt hast Selbstwirksamkeit Sie wollen.

00:14:13: Was kann ich denn selber tun?

00:14:15: Sie möchten dem nicht ausgeliefert sein, was sie erleben.

00:14:17: Sondern sie reagieren eigentlich genau dann wenn ich ihnen sage ja Ich sehe die Probleme.

00:14:22: Ich verniedliche nichts.

00:14:23: Die Welt ist momentan ein schwieriger Ort war sie immer aber momentan ist es auch.

00:14:28: Aber du kannst etwas ändern und ich kann dir sogar einen Tipp geben was Du ändern könntest Dann erlebe ich ganz positive Reaktionen.

00:14:35: Ist das so eine Selbstwirksamkeit der Schlüssel-Retraumatisierung-Variant?

00:14:39: zurückfallen in schlimme Erinnerungen oder schlimme Erfahrungen.

00:14:45: Oder bin ich da vielleicht einfach nur zu optimistisch?

00:14:49: Ja, Selbstsextremität ist auf jeden Fall ein sehr wichtiges Element.

00:14:52: und aber auch immer wieder die Rückbindung auf den eigenen Kontext, auf dem eigenen Alltag und die eigene Lebenswelt weil eben diese entgrenzte Darstellung von Kriegsschauplätzen oder Inhalten, die dann über solche Medien geteilt werden vielleicht auch gar nicht so bekannt sind, weil das Wissen fehlt.

00:15:11: Wir haben ja bislang in deutschen Schulen immer noch keinen Fachfriedensbildung, dass es von Anfang an entweder fächerübergreifend oder klassenüberggreifend immer wieder aufgreift, sodass da ja auch gar nichts so viel Raum- und Wissensinformationen da ist, das auch immer auf die aktuelle Lage wieder rückzubinden.

00:15:31: Das heißt, die Beforderung ist da und dann kann es aber auch hilfreich sein, immer wieder zu schauen Wo kann ich denn meinem Handlungsspielraum mich dafür einsetzen?

00:15:39: Und da gibt es sehr viele Möglichkeiten.

00:15:41: Es gibt die Möglichkeit an Schulen zum Beispiel so Dialogräume zu schaffen, was erlebt ihr, was seht ihr und was macht das mit euch, wo habt ihr Sorgen und Ängste darüber überhaupt in Austausch zu kommen aber auch durch vielfältige Workshops ins Gespräch zu kommen.

00:16:02: wie geht ihr eigentlich persönlich mit Konflikten um?

00:16:05: Wie kann auch Zivilcourage gestärkt werden?

00:16:07: Also wie könnt ihr euch gegenseitig unterstützen, als Bystander zum Beispiel um Konflikte auch gewaltlos auszutragen.

00:16:18: Und was ist denn eure eigene Friedensvision?

00:16:20: und wie kann in so einem konkretes Friedenzhandeln aussehen?

00:16:23: Sich zum Beispiel einzusetzen, in der eigenen Klasse gegen Ausgrenzung in Bezug auf unterschiedliche Nationalitäten, Sexualitäten, Körperformen.

00:16:32: Und da zu gucken wo ist mein eigener Handlungsspielraum?

00:16:36: und alle Menschen können etwas dazu tun um sich aktiv für Frieden einzusetzten.

00:16:42: wenn jeder Mensch seinen Beitrag leistet dann ist im Kollektiv Sehr, sehr viel möglich.

00:16:47: Hast du das... Ich habe natürlich mal ein bisschen im Netz geschaut, der da so einiges geschrieben und gemacht dazu.

00:16:54: Hast Du das im Kontext von diesem Projekt?

00:16:57: Ich glaube friedensstark oder so heißt es erarbeitet?

00:17:00: also hast du da so'n bisschen das beschrieben was du da schon gemacht hast?

00:17:03: oder was ist dieses Projekt?

00:17:04: oder wie spielt das da rein?

00:17:07: Also ich bin in ganz viele unterschiedlichen Projekten tätig.

00:17:10: Bei der Berghof Foundation haben wir auch viel trittmittelgeförderte Projekte mit unterschiedlichem Fokus.

00:17:17: Aber einzelne dieser Elemente stammen jetzt aus dem Buch Let's Talk About Frieden und Kriege, dass ich in Kooperation mit der Berghoff-Fundation im Rheinzburger Verlag geschrieben habe was jetzt im Februar auch ein Buchhandel gekommen ist.

00:17:30: Und da geht es nämlich genau um diese komplexen Fragen Warum gibt das überhaupt Krieger?

00:17:36: Wie beginnen sie?

00:17:37: wie enden?

00:17:37: Krieger bedeutet auch unsere Konfliktverhalten, die können wir uns für Frieden einsetzen.

00:17:43: Das ist quasi ein Buch in vier Kapiteln was so versucht die Komplexität diese Fragen der Friedensforschung darzulegen und darüber zu informieren aber dann auch immer wieder interaktiven Rückbezug zur eigenen Lebenswelt zu schaffen mit Reflexionsfragen, mit Handlungsimpulsen, mit Mitmachelementen um eben da auch so aufzuzeigen dass es Parallelen auch gibt zwischen den Dynamiken von geopolitischen Konflikten, aber auch zwischenmenschlichen Konfligten.

00:18:11: Das ist ja das Gute!

00:18:12: Binden wir ein oder?

00:18:13: Ja genau weil das haben wir jetzt nämlich gar nicht rausgehört, aber das Buch ist nochmal auf eine ganz andere Art sehr genial, weil das nicht ein in dem Sinne nur anfühlenstrichen wissenschaftliches Buch ist, was sich jetzt vielleicht an andere Wissenschaftler und Wissenschaftler wendet.

00:18:31: Sondern es tatsächlich für Kinder und Jugendliche wo die dann auch ein bisschen etwas eintragen können und so reflektieren können.

00:18:37: also schaut da mal ruhig rein.

00:18:39: ich habe tatsächlich auch nur ein bisschen reingucken können.

00:18:43: Ich habe das nicht erwartet, weil ich dachte, ich schaue mal einfach rein.

00:18:46: Das kommt relativ trockener Text so wie es bei uns Profs halt üblich ist?

00:18:49: Aber nee!

00:18:50: Es macht total Sinn dass es mit Ravensburger zusammen entstanden ist auch ja und mit der Foundation natürlich

00:18:56: Ja und mir gefällt auch diese Location hier.

00:18:58: vielleicht könnt ihr sogar ein bisschen hören.

00:19:00: Wir haben ja auf der einen Seite sind hier ganz viele Kinder da findet ein Workshop oder sowas statt Und man hört sie lachen reden diskutieren.

00:19:07: Auf der anderen Seite ist auch ein bisschen Industrie Da fiebt manchmal ein Auto Und mir gefällt, dass es so mitten im Leben, das ist nicht der Elfenweinturm was ja auf der Wissenschaft vorgeworfen wird.

00:19:21: Eine positive Erfahrung die ich immer wieder mache und wo ich jetzt die Chance mal nutze eine Expertin zu fragen.

00:19:28: Ich spreche immer wieder über erneuerbare Friedensenergieen Also dass wir quasi aufhören sollen Erdöl-und Erdgas aus Regionen von Regimen zu kaufen Wo's wiederum zu Krieg und Konflikten führt.

00:19:40: Das habe ich ja im Irak erlebt Und ich habe erlebt dann immer und immer wieder eine zweithaltige Sache.

00:19:46: Am Anfang sind Leute verblüfft, weil sie sozusagen diese verschiedenen Bereiche wie Energie und Wirtschaft und Frieden für Sie nicht zusammenhängen.

00:19:54: Also es ist sozusagen als ob das irgendwie ein Graben dazwischen wäre.

00:19:58: Wenn aber dann dieser Graben einmal überschritten ist, dann ist das so einen Aufleuchten oder so ein Klickmoment.

00:20:06: Ich frage dich mal, erstens macht es solche Erfahrungen auch und zweitens haben wir vielleicht in den Wissenschaften den Fehler gemacht das wir zu disziplinär waren.

00:20:14: Das eine ist Energien, das andere ist Frieden.

00:20:16: aber ihr dürft das nicht zusammendenken?

00:20:20: Es sind zwei Fragen!

00:20:22: Die Friedensforschung

00:20:24: ist per se sehr interdisziplinär zusammengestellt und das hat einerseits Herausforderungen, immer wieder die Frage zum Beispiel im Bezug auf die Definition von Gewalt.

00:20:36: Was wird denn jetzt eigentlich in Fokus gestellt?

00:20:38: Und gleichzeitig gibt es aber auch große Chancen, die daraus entstehen dass es so interdiszieplinär ist.

00:20:46: Diese Zusammendenken, wie du es in dem Beispiel gebracht hast sehr hilfreich und wichtig.

00:20:50: Weil das natürlich auch um Fragen geht die über Frieden mit Menschen oder Frieden von Menschen hinausgeht nämlich auch auf die Frage bezogen Wie geht denn eigentlich auch Frieden?

00:21:01: Mit der Natur?

00:21:04: Oder was bedeutet auch Friedensförderung in Zeiten der Klimakrise?

00:21:08: Also aus meiner Sicht muss ja auch mit bedacht werden äußert sich unser Verhalten, unsere Handlungen aus auf die Biodiversität und auf die Umwelt.

00:21:24: Und das lässt sich nicht voneinander trennen wenn wir Nachhaltigkeitsfragen auch als Gerechtigkeitzfragen sehen.

00:21:32: Ich habe zum Beispiel mit einem Kollegen zusammen haben wir so ein Gewalt-Analyse Modell entwickelt, weil ich da sehr interessant den Ansatz von Rob Nixon Slow Violence finde.

00:21:45: Also ganz kurz zusammengefasst Rob Nixon versteht mit Slow Violence also schleichende oder langsamer Gewaltformen von Gewalt die im ersten Erscheinungsbild vielleicht gar nicht als Gewalt wahrgenommen werden Versteppung, Dürre, Armut, die entsteht.

00:22:02: Die sich dann aber erst über Jahre oder Jahrzehnte in Erscheinung bringen lässt.

00:22:09: Und diesen Ansatz zusammenzudenken mit schon bestehenden Gewaltverständen, wie wir sie in der Friedensforschung haben nämlich einerseits eben direkte Gewalt oder auch strukturelle finde ich sehr wichtig in der heutigen Zeit und das lässt sich auch über Kriegsfolgen ganz gut dann veranschaulichen weil was wir heute in den Medien hören geht ganz viel um die sogenannte, so nennen wir das direkte und schnelle Gewalt.

00:22:37: Explosionen, Bombenabwürfe, Waffengewald, Schläge, Tritte – all das ist sehr sichtbar und bekommt medial ganz viel Aufmerksamkeit.

00:22:47: Was aber eben da nicht so sichtbares ist und worüber nicht so gesprochen wird.

00:22:51: Und es sind dann aber gleichzeitig auch Gerechtigkeitsfragen vor allem für die nachkommenden Generationen sind die Folgen, die dann zum Beispiel entstehen also radioaktive Munition, die in die Meere kommt oder verseuchte Böden, die dann zu dem Verlust von Biodiversität und auch Anbaumöglichkeiten führen.

00:23:09: Und wenn man das beides mit zusammen denkt – oder eben auch Traumata, die sich intergenerational fortsetzen können -, sind eigentlich Kriegsschäden und die Folgen noch so viel größer.

00:23:22: Und die Schwierigkeit aber dabei ist, wer es dann eigentlich verantwortlich dafür?

00:23:27: Weil oft ist gar nicht klar, wer war zum Beispiel für die Bombenabwürfe verantwortlig oder die beteiligten Personen sind bereits verstorben z.B.

00:23:39: im Fall des Zweiten Weltkrieges oder auch in anderen Kriegs-Schaublätzen.

00:23:43: Und trotzdem muss das... mit bedacht werden, weil auch Kriegsführung extrem viel CO-Zwei ausstößt und emittiert.

00:23:53: Und oft aber in den Medien darüber noch gar nicht so stark gesprochen wird Schäden einfach noch so viel größer sind, vor allem für die zukünftigen Generationen, die davon betroffen sein werden.

00:24:07: Mich überzeugt ist – dann habe ich auch gleich eine Frage an den BWL'er hier in der Runde – weil wir hatten das ja auch mit dem Begriff Externalisierungen.

00:24:13: Hinnerst du dich?

00:24:14: Da hatten wir es ja auch in der Psychologie und in der Ökonomie, dass nämlich Kosten zum Beispiel bei einer Verbrennung von Rohstoffen, dass man sagt, dass Öl- und Gas sind billig, weil man nicht wahrnimmt, dass z.B.

00:24:25: das Klima aufheizt und dass das dann wieder rückwirkend auf das Wasser Und wenn dann bäuerliche Familien wiederum keine sichere Ernte haben und die Kinder nicht erben können, das für die der Anreiz dann wiederum steigt zu sagen ich schließe mich in einer bewaffneten Gruppe an.

00:24:41: Dass ich überhaupt noch eine Möglichkeit habe irgendwie voranzukommen.

00:24:45: Das heißt dass sozusagen ganz viel von unserem Wohlstand darauf aufbaut, dass wir Kosten externalisieren.

00:24:52: Ich habe im Irak sogar oder nach dem Irak von Hitze Gewalt gesprochen weil eben ganz genau das hohe Temperaturen, das macht Leute erstmal direkt aggressiv und sie brauchen dringend Wasser.

00:25:02: aber diese indirekte Wirkung wie die schleichende leise Wirkung kann ich voll bestätigen.

00:25:07: es macht natürlich wenn du weißt dass dieses dieser Acker nie wieder einen Ertrag bringen wird, dann verändert sich deine ganze Zukunftsplanung und dann wirst du unter Umständen auch eher bereit sein zu sagen gut.

00:25:18: Und die anderen haben noch nen Brunnen und dann hole ich mir der Halt das Wasser.

00:25:23: oder ist es für dich als BWL?

00:25:25: Sind wir jetzt hier schon zu gut menschlich unterwegs?

00:25:28: Also selbst wie ihr eiskalten kapitalistischen rein gewinnorientierten Wirtschaftswissenschaftler müsst schon allein übrigens aus genau diesen Gründen.

00:25:39: Wir sind ja daran interessiert, solange es geht möglichst viel Gewinn zu machen.

00:25:45: Und wie können wir das machen wenn's keine Menschheit mehr gibt die produktiv wäre?

00:25:48: also sind auch wir dran interessiert und ich komme ja zugebenermaßen aber auch so ein bisschen von einem nicht Rand thema aber vielleicht auch so ein bisschen sozial überschneiden das Thema.

00:25:59: Mein Hintergrund ist ja das Nachhaltigkeitsmanagement, vor allem das war mein Promotionsbereich.

00:26:05: Strategisches Nachhaltighatsmanagement.

00:26:07: also wir können Unternehmen mit etwas Routem sozusagen ihr Geld verdienen nachhaltig gewinnen machen.

00:26:14: und wir sprechen hier von Inter- und Intragenerationaler Gerechtigkeit die beides Also beides muss gegeben sein, damit natürlich Volkswirtschaften und damit auch letzten Endes Gesellschaften insgesamt funktionieren.

00:26:27: Erklärt es für Nicht-Professoren?

00:26:29: Ah so

00:26:29: ja!

00:26:31: Also Intragenerationale Gerechtigkeit heißt dann dass wir alle miteinander können die gerade leben also ich niemand etwas wegnehmen muss und damit riskiere das Ich eine übergezogen kriege, dass mir zum Beispiel jemand was wegnimmt Und intergenerationale Gerechtigkeiten dagegen heisst nachhaltig, dass auch die Generationen nach mir in Frieden und Wohler nähert und wohlgekümmert usw.

00:26:57: leben können.

00:26:58: also das sind definitiv Aspekte an denen wir selbstverständlich genauso interessiert sind wenn nicht als Menschen schon dann wenigstens auch als ich sage mal Raubtierkapitalisten.

00:27:07: weil am Ende muss ja auch der schlimmste Natur-Synder eigentlich ein Interesse daran haben, dass er oder sie das Letzten endes auch bis in alle Ewigkeiten eigentlich machen kann.

00:27:18: Aber wenn nichts mehr davon übrig bleibt wie will ich es dann machen?

00:27:21: Also wir haben ja oft auch so über Themen... Wie

00:27:23: den Mask will zum Aus!

00:27:26: Ist eine Möglichkeit zugegeben aber aktuell gibt es kein Plan neben B. deswegen Und selbst wenn es so ein bisschen ethisch fragt, würde ich auch bei deswegen den hier aufgeben sollen.

00:27:36: Aber die Möglichkeit haben.

00:27:38: aber das spielt eigentlich auch in das rein was wir häufig zum Beispiel thematisieren also Krieg Terror.

00:27:43: vor allem ist dieser ewige Schießpulverkasten da unten der der nahe Osten wie so schön heißt in Kolonial Sprache lieber West Asien ist ja vielleicht ein schönerer Begriff der nie aufhören wird wo wir dann darüber sprechen dass manchmal so der Eindruck entstehen kann ja vielleicht keine Ahnung die sind doch eine Terrorgruppe möglicherweise oder auf der anderen Seite, die sind halt für ein ganz anderes Regime.

00:28:06: Das Ding ist wir müssen ja in der Lage sein die Konflikte überhaupt verstehen zu können.

00:28:11: das heißt nicht dass wir sagen Wir finden es gut was da passiert aber wir müssen das erklären können.

00:28:17: damit wird dahintersteigen können komplett wertneutral und komplett sage ich mal ohne dass wir irgendeine politische Agenda automatisch damit verfolgen.

00:28:27: Hast du damit zum Beispiel, du bist ja länger in dem Thema wahrscheinlich unterwegs als ich oder wir sogar möglicherweise.

00:28:34: Wie hast du da diese Erfahrung gemacht?

00:28:36: Also wenn du gerade so pädagogisch auch unterwegs bist den Leuten vielleicht auch mal versuchst zu erklären wie sich diese Konflikte bilden gehst du da auch mehr ins Detail rein oder traust du dich dann vielleicht nicht?

00:28:47: also wie ist die Arbeit einer Friedensforscherin und wie wird das gewürdigt?

00:28:52: Es gibt zwei kredos so in der friedensforschung.

00:28:57: die lassen sich finde ich auch ganz gut übertragen auf diverse konflikte.

00:29:01: das erste konflikte können dann gut geklärt werden bevor sie mit gewalt ausgetragen werden.

00:29:08: deshalb ist präventionen so wichtig.

00:29:11: also gewaltprävention und ein guter erlernte auch konflikt umgang.

00:29:15: und zweitens kriege werden statistisch gesehen sehr wahrscheinlich zu langen kriegen wenn sie über einen jahr hinausgehen.

00:29:22: Das heißt,

00:29:27: es

00:29:27: ist deshalb unglaublich wichtig eigentlich schon vorher anzusetzen in der Prävention.

00:29:33: Durch Bildung durch Dialog durch Verständigung und auch nachdem ein Waffenschildstand erreicht das auch gut in Nachsorge- und Aufarbeitungen zu investieren weil Traumata Versöhnung Wieder Annäherungen sind sehr, sehr komplexe Prozesse.

00:29:54: Die sehr lange dauern die nicht linear laufen und die auch sehr gut begleitet und gleichzeitig auch finanziell ausgestattet werden müssen.

00:30:02: Und leider sehen wir das in beiden Bereichen gerade Kürzungen anstehen.

00:30:10: Das macht mir persönlich Sorgen sowohl was Kürzung humanitären Hilfe der Entwicklungszusammenarbeit, aber auch dann der zivilen Konfliktbearbeitung angeht und deshalb sehe ich persönlich auch einen wichtigen Beitrag darin Friedensbildung zu stärken.

00:30:28: Weil je früher Menschen darin auch erzogen werden, sozialisiert werden ist so nachhaltiger glaube ich kann da auch ein Bandel entstehen der eben aber nicht unbedingt direkt sichtbar ist.

00:30:40: also in der Friedensforschung spricht man auch häufig von dem sogenannten Gewaltpräventionsparadox weil Gewaltprävention wirkt dann, wenn sie nicht austritt.

00:30:52: Das heißt die bleibt eigentlich unsichtbar und deshalb entsteht dann häufig in akuten Konfliktlagen das Gefühl naja es ist ja sehr kostspielig, es ist mühsam, es lässt sich eigentlich nicht quantifizieren.

00:31:02: Das können wir direkt streichen!

00:31:05: Und...in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch meine Disziplin ganz stark.

00:31:10: Ich finde das insofern spannend, denn dann könnte man das was ich vorgesagt habe auch umdrehen.

00:31:14: Wir mussten einfach nie nachdenken über Energie und Krieg, weil es kam aus der Steckdose oder aus der Tankstelle.

00:31:23: Jederzeit?

00:31:23: Ja, jederzeit!

00:31:27: Man hat das nicht gespürt.

00:31:28: und dann plötzlich gefühlt ist dann der Krieg da und man fragt sich woher hat eigentlich Putin die ganzen Waffen das ganze Geld?

00:31:36: Nun gab es aber ja auch Leute, die gewarnt haben.

00:31:38: Also ein Philosophen den ich sehr schätze obwohl er in einer anderen demokratischen Partei ist und auch deswegen aus Robert Habeck.

00:31:45: Robert Hubeck jetzt nicht mehr in der aktiven Politik hat jetzt aber Spiegel-Spitzengespräch und auch im Buch um eine sehr starke Rede zum Thema Zukunft gehalten.

00:31:53: und er wirft ne Frage auf dem mich auch so beschäftigt und die ich loswählen will.

00:31:57: Er sagt warum?

00:31:58: Gelingt es uns nicht, das wäre genau die Präventionsfrage und das Undenkbare zu denken.

00:32:03: Er hat ja damals zum Beispiel gesagt Vorsicht!

00:32:06: Die Ukraine wird bedroht Es wäre doch gut wir helfen ihr quasi sich zu verteidigen.

00:32:11: Und des Ergebnis aber war er ist parteiübergreifend auch von seiner eigenen Partei quasi stummgeschaltet worden.

00:32:19: Und dann ist es tatsächlich passiert.

00:32:22: Sind wir, also ist es sozusagen so das wenn wir Friedensarbeit machen dass wir damit eigentlich über unangenehme Themen sprechen über die die Leute eigentlich gar nicht unbedingt sprechen wollen?

00:32:31: Verstehst du?

00:32:32: Wenn Du sagst Gewaltprävention bedeutet Wir müssen darüber sprechen Dass die Welt eben eine Welt ist in der es auch Gewalt gibt und möglicherweise wollen Menschen das solange nicht hören bis es zu spät ist.

00:32:44: Ja, Friedensarbeit bewegt sich in einem ganz komplexen Feld was mit sehr viel Dilemmata verbunden ist.

00:32:50: Das heißt es ist ja wie Dilemata sich auszeichnen.

00:32:55: In vielen Situationen gibt's keine einfachen Lösungen auf komplexe Fragen und auch keine Containerlösungen.

00:33:03: Keinen Fahrplan, der dann auch für alle Kontexte sich übertragen lässt.

00:33:08: Aber da würde ich nochmal zurückkommen auf deine Frage was kann man jetzt konkret machen um jetzt vielleicht Konflikte besser verstehen oder analysieren zu können?

00:33:17: Es gibt zahlreiche Methoden die ich persönlich sehr hilfreich finde, die mir auch in meinem Alltag dann helfen wenn ich in Situation bin wo ich erlebe dass es da komplexe Konfliktlagen gibt.

00:33:28: Dann kann das auch als Werkzeug dienen um erst mal ein Stück weit zurückzutreten, zu gucken was Sinne dafür Dynamiken da?

00:33:38: Was für Formen, was sind vielleicht auch Ursachen und Folgen.

00:33:40: Und das zum Beispiel ist dann auch so der Übertrag.

00:33:44: dann z.B.

00:33:44: zu meiner Lehre an der Hochschule in der Vorlesung Coaching Supervision und Intervision bringe ich all diese Konflikt Tools mit ein um dann auch mit ihnen darüber zu sprechen welche Konflikte erlebt ihr im Team Wie geht ihr damit um?

00:33:59: Und schauen wir uns mal an, was gibt es denn da ganz konkret für Werkzeuge die ihr anwenden könntet.

00:34:06: Zum Beispiel der Konfliktbaum mit der Metapher so ein bisschen versucht zu differenzieren.

00:34:10: Was ist eigentlich die Auswirkung des Konfliktes, die auch sichtbar und spürbar ist?

00:34:16: Und das Stamm, der dann eher das Kernproblem darstellt... Und die Wurzeln, die dann aber in die Ursachen geht.

00:34:22: Da gibt es die Möglichkeit, dass man das dann in Gruppen arbeiten oder auch für sich selber mal versucht zuzuordnen um so ein bisschen differenzierter auf Konflikte zu schauen.

00:34:31: Oder eine andere Möglichkeit Die konflikt Zwiebel schaut eher in verschiedenen Schichten auf Konfikte.

00:34:36: Das was auf Sichtbar und laut artikuliert wird sind die Positionen, die vielleicht auch sehr verhärtet sind Und dahinter liegen dann aber eher die Interessen.

00:34:45: tiefer entkehren dann die Bedürfnisse und darüber dann auch metaphorisch, aber auch wirklich visuell zu sprechen und zu arbeiten.

00:34:52: Und zu gucken vielleicht gibt es da sogar dasselbe Bedürftnis?

00:34:55: Aber die Positionen sind diametral gegenübergestellt und dann aber eher irgendwie Wege zu finden um über die Bedörfnisse zu sprechen kann auch wieder Annäherung finden.

00:35:07: Und das sind zum Beispiel Methoden, die werden in der Mediation, in der Diplomatie angewendet aber die könnten auch zum Beispiel in Konflikten verwendet werden, die in Teams stattfinden oder auch in Schulklassen.

00:35:21: Deshalb finde ich solche Werkzeuge immer ganz hilfreich um ein bisschen wegzukommen von der Verhärtung und der Ohnmacht, die daraus dann auch entsteht, um überhaupt wieder einen Raum für Perspektivwerkslute Dialog so anzuregen?

00:35:39: Da muss ich aber jetzt was ganz Offensichtliches sagen, das aber trotzdem gesagt werden muss.

00:35:44: Das fordert ja einen Willen von allen Parteien.

00:35:48: Das kann man niemandem aufzwängen.

00:35:50: Das ist wie gesagt super offensichtlich, aber es ist super logisch natürlich was du sagst weil wenn man ja anfangen, wenn man sozusagen zusammengepfercht wird und zu sagen so jetzt zeigt ihr auch mal alles auf, womit ihr Schwierigkeiten habt.

00:36:04: Weil so viel gehört ja auch mit soweit.

00:36:05: es geht jetzt nicht darum nur die Hände an zu... ...an den Händen sich zu packen wahrscheinlich und zu sagen wir haben uns lieb sondern Wir haben ja offensichtlich Probleme die wir überwältigen müssen nicht indem wir sie einfach stumm schalten Sondern wir müssen darüber reden.

00:36:17: das ist wahrscheinlich auch der Aspekt den du meinst mit Konflikte an sich sind erstmal nichts Schlechtes ne?

00:36:21: Nur wie man sie dann halt austrägt So wie wir ja auch im Kindergarten eigentlich alle lernen dass man Wenn man die Schippe haben will klar kann man ... jemanden eine überziehen und sich dann nehmen.

00:36:32: Oder man findet vielleicht alternative Wege, ich meine so spätestens als Erwachsener die meisten Menschen kriegen das ja einigermaßen hindern... ...so zu kriegen was sie wollen ohne sich die Körper einzuschlagen.

00:36:41: aber der Kernpunkt bleibt ja weißt du oder hast du Tipps möglicherweise?

00:36:46: Was wir halt in Situation machen die so festgefahren sind wo man dann sagt naja vielleicht hat die eine Seite einen Interesse daran Aber die anderen nicht wirklich.

00:36:55: oder wir haben diese ewigen gegeneinander, wie du schon selber gesagt hast, das ist diametralen Forderungen.

00:37:01: Wir sind es ja auch im aktuellen Konflikt meine Dwegen natürlich wir wollen dann alle den Frieden haben.

00:37:07: Die eine Seite sagt Das ist meine maximale Forderung und ich weiche absolut nicht von ihr ab Und der andere sagt dass es wiederum meine Ich war ich absolut nicht davon habe.

00:37:15: Oder sind wir da insgesamt unmächtig?

00:37:18: Ich glaube, es gibt Konstellationen in denen Konfliktparteien alleine den Konflik nicht mehr klären können.

00:37:24: Da braucht's dann auf jeden Fall eine Form von Moderation und wie du richtig sagst, eine gewisse Bereitschaft der beiden Konflektpartenen muss vorhanden sein um überhaupt sich miteinander an Tisch zu setzen und anzufangen darüber zu sprechen.

00:37:39: aber was ich zum Beispiel dann mache in solchen konfliktmoderationsgesprächen ist mit aktiven Zuhören, Paraphrasieren oder auch Spiegeln zu versuchen.

00:37:52: All das was dann die beiden Konfliktparteien äußern so rauszufiltern dass nur noch die reine Sachbotschaft da bleibt und die Sachinformation im Kern da ist um als ersten Schritt überhaupt mal wieder dann auch moderiert Gespräch oder die Frage dann an der anderen Konfliktpartei weitergeben zu können, weil in einer starken Verletzung sehr viel Vorwurf und Schulzubeisung.

00:38:22: auch viele Generalisierungen geäußert werden, die ja dann ganz schnell dazu führen dass die Konfliktparteien noch weiter zu machen oder vielleicht getriggert sind und denken naja das habe ich schon oft gehört hier hab es gefühlt verteidige mich direkt.

00:38:33: also Angriffe der Verteidigung all diese Prozesse kommen ja ganz schnell.

00:38:37: Und in der Hälfte kann es dann durchaus hilfreich sein mit einer dritten Person die ausschließlich die Rolle der Moderation hat die keine Verantwortung für den Inhalt hat da zu gucken.

00:38:48: okay welche Informationen höre ich denn wenn nicht nur auf das Anliegen höre und versuche aktiv zuzuhören, habe ich es richtig verstanden.

00:38:57: Und nochmal zu paraphrasieren um mich zu vergewissern dass ist bei mir richtig gelandet ist und dass dann an die andere Person weitergebt, dass dadurch erstens das Gespräch ein bisschen verlangsamt wird und auch ein bisschen strukturierter um überhaupt erste Schritte wieder einzuleiten.

00:39:14: Da muss ich direkt gleich noch mal mit dranhängen, weil da kann nicht wieder den Betriebswörtern zum Beispiel mit auspacken.

00:39:19: Glaubst du mir dass es das in der BWL im Grunde auch gibt?

00:39:23: Weil wir machen das... Okay streng nochmal wahrscheinlich Wirtschaftsingenieurwesen habt ihr vielleicht auch immer gehört.

00:39:28: Das Requirements Engineering ist buchstäblich eine dritte Partei zwischen sozusagen dem Auftraggeber und eigentlichem Kunden sozusagen Der eigentlich nix anderes oder keinen anderen Job hat, als im Grunde das aufzunehmen was denn wirklich die Anforderungen sind.

00:39:44: Die aber um alles drum herum zu bereinigen was vielleicht eher sekundär ist oder nicht förderlich oder was auch immer sprich Beispiel Henry Ford war es damals gewesen, der ja nämlich gesagt hat wenn ich auf meine Kunden gehört hätte dann hätte ich schnellere Pferde gezüchtet.

00:39:59: Ja dann wäre das Automobil quasi gar nicht entstanden als Lösung für ein Problem weil in dem Fall die Kundinnen und Kunden nicht wussten was sie wirklich wollten.

00:40:08: Sie hatten eine Vorstellung dessen was sie dachten was sie wollten können Und ich sehe gerade so wieder mal ein bisschen Parallelen dazu zu dem im Grunde wie in den Wirtschaftswissenschaften eigentlich auch.

00:40:18: Ich komme ja auch aus der Beratung, Unternehmensberatungen so ein bisschen da habe ich auch viel damit zu tun gehabt das sehe was wiederum natürlich auch immer mal wieder zur Konflikten führen kann mit so Chefin'in Chefs und Kundinnen, Kundinnen ganz klar.

00:40:30: Aber ich finde das super spannend, dass wir eigentlich so die ganze menschliche Ebene sei es jetzt direkt in den Sozialwissenschaften und der Konfliktforschung oder eben auch in den Wirtschaftswissenschaften eigentlich sehen.

00:40:42: Manchmal ist es ganz gut oder hilft es echt den Druck rauszunehmen wenn du eine einigermaßen neutrale Partei mit rein nimmst?

00:40:49: Ja also ich bin ja auch gerade ganz am zuhören nachdenken weil Ich war selber schon Streitschlichter, da einmal ging es um den Pfund von der Massenkrab.

00:40:57: Einmal um eine Bau eines Synagoge und auch quasi in diesen Prozessen drin gleichzeitig in der Religionswissenschaft haben macht das dann glaube ich jetzt für mich noch ein bisschen mehr Sinn warum immer wieder Frieden gewünscht wird.

00:41:09: Shalom oder Selam Aleykum, Friede sei mit dir.

00:41:12: Man denkt ja toll wünscht euch das.

00:41:14: aber was ist damit eigentlich gemeint?

00:41:16: Wenn ich dich jetzt aber richtig verstehe ist also tatsächlich die Perspektive dass zum Beispiel Konflikt-Joy aufbrausen und so weiter nicht etwas ist was erst in der politik passiert oder auch nicht erst in die wirtschaft sondern das beginnt schon in der beziehung, in der familie im betrieb.

00:41:33: Und durchzieht eigentlich das ganze leben.

00:41:35: und demnach wäre was du friedensbildung gemeint hast sozusagen auch tatsächlich Die fähigkeit angefangen vom kleinen persönlichen bis ins internationale die eigene Wirksamkeit so zu gestalten, dass mehr Frieden wird.

00:41:50: Das finde ich auch im wichtigen Ansatz in der Ausbildung oder auch Weiterbildung von Multiplikatorinnen beispielsweise Studierenden aber auch schon angefangen in der Schule das sind die Ausbildungen mit zu integrieren weil Das wären unsere nächsten Generationen, die in vielfältigen Arbeitskontexten tätig sein werden.

00:42:10: Das heißt das Wissen kann sich ja auch wie so ein Schneeballsystem dann auch in irgendeiner Form weitertragen, verändern oder auch dazu führen dass dort Konflikte vielleicht ein Stück weit reflektiert oder anders angegangen werden.

00:42:22: und wenn das quasi als holistische Ansatz in allen Bereichen der Gesellschaften weltweit fortgetragen werden würde, dann hätte das ja auch womöglich sogar Auswirkungen bis hin zu politischen Entscheidungsträgerinnen.

00:42:39: Genau also Politik und Religionsentschaftlich macht Sinn?

00:42:42: Du würdest sagen auch betriebswirtschaftlich sozusagen.

00:42:44: Friede lohnt sich sag ich mal wirtschaftlich wenn der Star Trek die Ferengi fragt.

00:42:50: sie sagen Frieden ist gut für die Wirtschaft und sie sagen auch Krieg ist gut.

00:42:55: Deswegen können wir schon irgendwie unser Geld verdienen im Wesentlichen, aber es ist offensichtlich dass Kriege oder bewaffnete Konflikte je nachdem, wer das mal wieder definiert natürlich keinen nachhaltigen Gewinn auch erzeugen kann.

00:43:10: Also ich glaube, da sind wir uns eigentlich alle.

00:43:12: Deswegen haben wir ja auch zum Beispiel Streikrecht also entwickelt dass man quasi die Konflikte zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Formen gegossen hat, in friedliche Form ritualisiert mit Abstimmungen wo der Konflikt nicht geleuchtet wird den gibt es ja weiterhin.

00:43:27: aber wo man Formen gefunden hat diesen Dauerkonflikt möglichst friedlich auszutragen Und wenn ich dich richtig verstehe, könnten wir ja jetzt quasi sagen aus dem wie man dort gelernt hat kann man dann aber auch wiederum etwas für andere Formen von Konflikten lernen und umgekehrt.

00:43:44: Das würde ich so sagen.

00:43:46: Guck mal!

00:43:47: Wir haben ja was gelernt dabei.

00:43:49: Ja das ist überzeugend.

00:43:51: Also Frieden als quasi ein Thema dass man durch die gesamte tatsächlich vom Kindesbeinen an eigentlich durch die Menschheitsentwicklung des einzelnen Menschen und der Menschheit insgesamt durchdeklinieren kann.

00:44:03: Frieden als lebenslanger Lernprozess und Frieden, als Prozess bei dem Gewalt abnimmt und Gerechtigkeit zunimmt.

00:44:11: Was mich noch ein bisschen interessieren würde um mal so einen Schuss in die Moderne noch zu kommen ja gerade der Herr Doktor erlebt das weit aus mehr als ich noch.

00:44:21: er kriegt ja regelmäßig sage ich mal Zuspruch aber auch häufig auch so ziemlich das Gegenteil davon traurigerweise.

00:44:29: Und das heißt, wir sehen ja auch, dass Gewalt ohne buchstäbliche physische Waffen immer mehr stattfindet.

00:44:37: Psychischer Stress bis hin zur praktisch regelrecht Misshandlung kann man in vielen Fällen auch sagen.

00:44:44: Das ist ein Thema, das definitiv mit den modernen sozialen Medien, der KI und den Deepfakes, wie du es angesprochen hast, immer mehr zunimmt.

00:44:52: Es gibt einzelne Start, die das mittlerweile

00:44:55: finde ich gut,

00:44:56: auch wirklich gesetzlich verboten haben.

00:44:58: In Südkorea zum Beispiel darf man keine Deepfakes ungefragt irgendwie von Personen anfertigen.

00:45:04: wie beurteilt so diese Entwicklung?

00:45:05: gibt es da auch so Ansätze dafür wie man damit umgehen kann?

00:45:10: Für diejenigen von uns, die auch Kids haben und soweit dem heranwachsen sind.

00:45:14: Es ist ja immer so die eine Generation, die wird eh abgehängt.

00:45:16: Das heißt wir haben dann auch irgendwo ein bisschen Angst dass wir da nicht mehr in diese Verantwortungsrolle übergehen können.

00:45:22: Wie sind da so ein bisschen deine Erfahrungen?

00:45:26: Digitale Gewalt ist nicht im Luftleerenraum entstanden.

00:45:30: also es gibt Dynamiken und Strukturen die sich vom Analogen auch im Digitalen fortsetzen aber gleichzeitig gibt's eben auch sehr spezifische Erscheinungsformen.

00:45:40: digitale Gewalt ist sehr vielfältig.

00:45:42: Die kann in Form von der direkten Gewalt sein, durch Cybermobbing oder auch Doxing oder eben deep fake Rache-Pornografie die dann angewendet wird zum Beispiel über Social Media.

00:45:56: und darüber hinaus haben wir aber auch im digitalen Raum vielfällige strukturelle Gewaltform nämlich wenn wir uns angucken wie Codes und Algorithmen auf Trainingsdaten trainiert sind und welche Form von Bayes zum Beispiel deshalb dann auch schon in den Strukturen enthalten ist, dann zeigt sich strukturelle Gewalt z.B.

00:46:18: In der Art & Weise bei Beautification Filtern das die Norm weiße schlanke Körper darstellt und dadurch dann auch reproduziert wird, was Jugendliche vielleicht als die Norm in der Gesellschaft wahrnehmen.

00:46:36: Oder eben auch Rassismen in Coulson Algorithmen bis hin zur Mysogenie also gerade jetzt im Bezug auf Deepfags.

00:46:44: Der ursprüngliche Entstehungskontext von Deepfacks ist eigentlich der pornografische Bereich.

00:46:49: es gab eine Studie die damals untersucht haben im Netz, wie viele Deepfakes überhaupt als solche identifiziert wurden und in welchen Anwendungskontexten sie damals verwendet wurden.

00:47:02: Und da waren Genau, und das zeigt dann auch wieder das Wechselspiel zwischen der direkten Gewalt die ausgeübt werden kann durch Deepfakes und der strukturellen.

00:47:22: Es gibt inzwischen vielfältige Apps sogenannte

00:47:26: Deep News

00:47:26: oder Auszieh-Apps wo mit einem einzigen Bild künstlich generierte Nacktbilder erstellt werden können, die dann wiederum zu Erpressung zur Rufschädigung Verleumdungen verwendet werden.

00:47:42: Deep-Nude-Apps sind ursprünglich nur auf weiblichen Frauenkörpern trainiert worden.

00:47:48: Das heißt, zu Beginn war es gar nicht möglich Nacktbilder von männlichen Körpern zu erstellen.

00:47:55: und das zeigt eben die Musigenie, die sich nicht nur in der direkten Form der Interaktion im Social Media abspielt sondern auch in den Strukturen.

00:48:08: und deshalb ja eine Fortsetzung analogen, sexualisierten Gewaltformen und dann auch digitalen Anwendungsmöglichkeiten.

00:48:15: Und darüber zu sprechen eracht ich als sehr wichtig und deshalb ist es für mich nicht ausreichend wenn wir von Medienkompetenz sprechen immer zu gucken was passiert dann eigentlich so auf der Oberfläche.

00:48:28: Ich versuche das immer zu visualisieren mit einem Eisberg und die Spitze des Eisberges ist, was auf der Anwendungsebene sichtbar ist im Feed in öffentlichen Kommentarspalten oder auch durch Nachrichten Chats sondern wir müssen auch unter der Wasseroberfläche gucken wie es unsere Infrastruktur im postdigitalen Zeitalter aufgebaut wird.

00:48:49: und die Infrastruktur ist per se nicht nach demokratischen Prinzipien aufgebaut.

00:48:56: Also bewegen uns hier in einer riesigen Machtasimitrie von einzelnen sehr mächtigen Blattformen.

00:49:02: Die Codes sind selten Quelloffen, das heißt wir wissen auch nicht nach welchen Annahmen eigentlich diese Codes und Algorithmen überhaupt trainiert werden, klassifiziert werden welche Trainingsdaten verwendet werden und gleichzeitig beeinflusst es aber massiv wie unsere heutigen Gesellschaften miteinander interagieren welche Diskurse sie wie führen.

00:49:22: Das heißt, über dieses Wechselspiel finde ich muss gesprochen werden.

00:49:25: Und wenn wir dann den Eisberg noch tiefer gehen und uns auch das Fundament anschauen, finde ich es extrem wichtig darüber aufzuklären dass der digitale Raum nicht nur... virtuell ist, sondern auch ganz viel Auswirkungen auf der materiellen Ebene hat.

00:49:42: Nämlich Ausbeutung, Umweltverschmutzung und auch Armut fördernd ist.

00:49:48: und da eben auch Asymetrien durch den sogenannten globalen Norden und Süden entstehen und deshalb immer auch in Rückbindung gesprochen werden muss was bedeutet das dann nämlich eigentlich auch für den Aufwand von Energien, von Rechnern und von Kühlwasser, die verwendet werden müssen.

00:50:08: Bis hin zur Frage wer ist eigentlich zuständig zum Beispiel für die Content-Moderation, die jetzt z.B auch durch den Digital Service Act in Europa oder der EU dazu führt dass wir ein Stück weit auch reguliert werden soll welche Formen als Gewalt identifiziert und dann auch gelöscht werden?

00:50:26: Dann zeigt sich aber dann wenn man schaut wer dafür verantwortlich ist, auch hier wieder eine Form von Ausbeutungen eigentlich struktureller Gewalt.

00:50:35: Weil das Menschen in Niedriglohnländern sind die tagtäglich stundenlang massive Gewaltdarstellungen persönlich anschauen und labeln müssen und ein sehr hohes Traumatisierungsrisiko durch diese Arbeit entsteht ohne dass sie in irgendeiner Form eine psychosoziale Unterstützung für enorm belastende Arbeit bekommen.

00:50:56: Das heißt, nur weil eine Gewaltreduktion dann hier auf der Eise, auf der Ebene der Spitze des Eisberges stattfindet, heisst es nicht dass wir wirklich dann auch global zu einer Gewalt-Reduzierung beitragen sondern das findet in der Verschiebung und Verlagerung statt und wir hören uns sehen davon nur weniger.

00:51:14: Ich

00:51:15: bin ja ganz Ruhr also als Betroffener von digitaler Gewalt.

00:51:20: Ich will diesen weiten Gewaltbegriff einfach mal unterstützen.

00:51:23: Es ist tatsächlich so, ich empfinde das auch... Ich weiß zum Beispiel historisch es gab auch die sogenannten Badehosen-Foto damals gegen Ebert.

00:51:31: Das war also schon der Weimarer Republik so dass Rechtsextreme ganz gezielt Demokratinnen und Demokraten angegriffen haben und sie quasi ständig auch sexualisiert angegriffene haben.

00:51:42: Aber ich denke, das war auch sehr bedrängend für die Leute.

00:51:46: Jetzt durch das Internet ist es vierundzwanzig sieben.

00:51:49: Es gibt also für betroffene digitaler Gewalt sozusagen etwas rund um die Uhr angegriffen.

00:51:54: Also ich erlebe keine Woche mehr wo nicht irgendwelche Hassmails oder sowas kommen.

00:52:01: Dann ist es genau wie du gesagt hast so dass das zwar virtuell stattfindet aber Auswirkungen.

00:52:09: natürlich hat er zum Beispiel auf einem Nach meiner Rede im Landtag bin ich auf einem Blog dargestellt worden als Superman mit einem gelben Judenstern, der von Islamisten verfolgt wird oder sie hinter sich lässt wie je nachdem.

00:52:26: Und was natürlich sozusagen ja kann man sagen Ja das ist ja nicht schlimm als Superman dargestellt zu werden aber es hat sozusagen ja auch die Markierung mit dem gelben Judenstern schon relativ eindeutig wurde Hingeht und ganz stark ist tatsächlich.

00:52:40: Und ich habe mich immer gefragt, woran das liegt des Sexualisierte.

00:52:44: also die Leute haben ein Problem damit dass sich mit einer muslimin verheiratet bin.

00:52:47: oft greifen sie dann auch die Frau an oder unsere Ehe und sagen, ich würde Sie betrügen.

00:52:52: Oder ich hätte was mit jungen Frauen.

00:52:55: Also wo ich mir sage, wo kommt denn dieses ganze Sexualisierte her?

00:52:58: Also warum sozusagen?

00:53:00: man könnte sich ja in Inhalten abarbeiten.

00:53:02: Ja, man könnte irgendwie das finde ich... Das ist nicht

00:53:06: so anspruchsvoll.

00:53:08: Genau aber es geht irgendwie ständig unter die Gürtellinie, wo ich mich frage.

00:53:12: Und ich habe das bisher eher so psychologisch gesehen dass die Leute quasi ihre eigenen Probleme die sie haben dann sozusagen auf einen projizieren, aber wenn ich dich jetzt richtig verstehe ist das sozusagen von der Genese her so dass mediale Gewalt oft oder fast immer am Anfang frauenfeindliche Gewalt war und das wird dann ausgeweitet.

00:53:32: Und das heißt wenn ich jetzt sozusagen sexualisiert angegriffen werde Dann hat es sozusagen diese lange Gewaltgeschichte auch der Frauenfeindlichkeit hinter sich.

00:53:42: Das ärgert dann sozusagen Und dann ist sozusagen auch mein privatestes oder meine Ehe mit einem Muslimen, für die Leute sofort wieder ein sexuelles Thema.

00:53:53: Wie gehe ich damit um?

00:53:54: Muss ich das einfach dann sagen?

00:53:56: naja es wird sich irgendwann auswachsen.

00:53:59: Ebert hat versucht zu klagen.

00:54:01: Das war nicht wirklich gut ausgegangen gegen diese Badehosenfotos.

00:54:06: als Friedensforscherin was macht man?

00:54:08: muss ich da mit leben lernen

00:54:10: wenn ich ganz kurz zwischenrutschen darf.

00:54:12: Ich

00:54:12: will das nämlich kombinieren mit der Frage, stimmt es im Grunde was wir in den Kindergärten lernen?

00:54:17: Wenn du die einfach ignorierst hört's auf weißt du was darüber?

00:54:20: weil das wäre jetzt schon die

00:54:22: erste Idee.

00:54:22: Ja genau so zu sagen.

00:54:23: Genau was gibt da Langzeiterfarbe?

00:54:26: Also ich glaube nicht dass das der richtige Ansatz ist das zu ignorieren weil es dann von alleine weg geht weil wir leben leider in der patriarchalen Welt und auch in einer Mesogenen- und von kolonialen Kontinuitäten geprägten Welt.

00:54:42: Und deshalb immer wieder die Frage, auf welchen Strukturen und wie ist unsere Infrastruktur aufgebaut?

00:54:49: Das postdigitalen Zeitalters... Weil wenn wir uns anschauen, wer hat das maßgeblich mitaufgebaut, dann waren es mehrheitlich weiß cis Männer, natürlich ihre Wertvorstellungen und auch Perspektiven mit eingebracht haben.

00:55:06: Und deshalb wird zum Beispiel in der KI Ethik immer wieder darüber gesprochen, wie wichtig es ist, Ethics bei Design zu stärken.

00:55:15: Das heißt nicht nur den Anwendungskontext zu regulieren, dass solche Angriffe nicht mehr möglich sind, sondern schon im Entwicklungsprozess zu gucken dass ethische Werte mit eingeschrieben sind in der Technologie oder technologischen Innovationen.

00:55:30: Nämlich zum Beispiel Privatheit Sicherheit Datensparsamkeit Gerechtigkeit und das ist selten wirklich so holistisch der Fall.

00:55:42: Und weil du mich gefragt hast was es zu tun ich persönlich finde es extrem wichtig darauf aufmerksam zu machen Dass wir eben nur einen kleinen Teil des Eisbergs sehen und uns dafür auch stark machen, souveräne demokratische Infrastrukturen aufzubauen.

00:56:00: Und da gibt es sehr vielfältige Akteure die ja auch schon unglaublich viel Wissen zusammengetragen haben und sich auch dafür einsetzen wie zum Beispiel auch der Chaos Computer Club, Fedibös, Mastodon.

00:56:13: Es gibt zahlreiche Projekte, die genau das eben versuchen um da auch eine sichere Debattenkultur im digitalen Raum zu ermöglichen und eben Gewalt zu reduzieren.

00:56:26: Ja also ist es die Gelegenheit

00:56:27: eine kleine Werbung dafür zu machen

00:56:29: oder?

00:56:29: Wir hatten das nicht abgesprochen übrigens aber es ist tatsächlich so.

00:56:32: ich hatte damals mit Hate-Aid gemeinsam gegen Twitter geklagt also genau um quasi auf mehr Schutz zu erreichen und zwar gerade weil wir eben auch gesagt haben dass ganz viele Menschen Gerade auch Frauen, Ehrenamtliche und so weiter die Ressourcen vielleicht nicht haben gegen einen so riesen Call-Oster anzutreten.

00:56:51: Und das war eine unangenehme Erfahrung gegen so ein Riesenkonzern usw.. anzutreten.

00:56:57: Ich glaube aber, das gehört zu den Aufgaben dazu gemeinsam mit Hate-Aid also quasi Rechtsfortbildung zu machen auch wenn es heftig ist.

00:57:06: und darüber hinaus bin ich raus aus all diesen algorithmischen Konzernmedien Manchmal früher habe ich auch gesagt antisoziale Konzermedien Also Facebook Instagram X und bin tatsächlich im Mastodon und ins Verdiversum gegangen.

00:57:20: Und auch da gibt immer wieder Trollangriffe dort.

00:57:22: Es gibt immerwieder auch es werden Fake Accounts angelegt usw.

00:57:26: Aber ich stelle fest, dass die Community das sozusagen selber moderiert.

00:57:31: Also sie merken das blitzschnell hin und wieder.

00:57:33: auch heute wieder kam wie der Name... Du verteilt jemand Hassmails?

00:57:38: Ich leite dir das gar nicht zu weil das macht er sicher öfter.

00:57:41: wo ich also merke da steht kein Konzern dahinter sondern das sind engagierte Menschen die schon selber merken wie jemand versucht in dem Fall Mastodon quasi zu missbrauchen von alleine tätig werden, quasi ein bisschen so eine mediale Friedensbewegung von unten sozusagen und das würde aber bedeuten tatsächlich dann ist es gut drüber zu sprechen.

00:58:05: Dann ist es also gut, dass anzusprechen nicht sich zu schämen, sich nicht zurückzuziehen sondern das Anzusprechen weil wir tatsächlich einen ganzen Berg von patriarchaler tradierter Gewalt immer noch eingebaut haben in die Strukturen Wirtschaft Medien bisschen die Psychologie und das wahrscheinlich eine Generationenaufgabe ist, das langsam Stück für Stück abzubauen.

00:58:28: Jetzt müsste ich natürlich an der Stelle fairerweise hinzugeben.

00:58:31: Das ist einer der Punkte bei denen man wieder die Wirtschaftler zumindest die Neoclassiker wieder etwas in Angriff um bei der Metapher zu bleiben nehmen kann weil Empörung ist natürlich ein Gut was wir genauso gut

00:58:46: verkaufen können

00:58:48: Genau.

00:58:49: Das Ragebait kann man vergleichen eigentlich mit so der kleinen Probe, die man vielleicht beim Metzger oder bei Bäcker wo auch immer kriegen kann um das mal zu probieren cool schmeckt.

00:59:01: mir will ich mehr von haben und das merkt der Algorithmus dann natürlich und serviert dir genau das was du möchtest nämlich dieses gut Empörung.

00:59:10: Und natürlich ist es nicht wirklich alles kostenlos, wir müssen ja mit unseren Daten zahlen und dergleichen.

00:59:18: Das ist selbstverständlich problematisch weil das dann auch so ein bisschen unserem Anspruch eigentlich als ethische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern widerspricht.

00:59:28: aber am Ende ist natürlich irgendwo der Gewinnmaximierungsgedanke Da, wenn ich sogar höre und das dagegen kann sowas wie Mastodonor oder das gesamte Fediversum einfach nicht anstinken.

00:59:40: Und ich finde, das gehört dann mit zur Debatte dazu du Vorderst ja, wenn ich es richtig interpretiere dann zumindest.

00:59:46: Dass man schon in der Schule vielleicht anfängt so eine Art Fach vielleicht in diese Richtung mit einzubauen.

00:59:51: Warum nicht sowas kombinieren?

00:59:53: Warum nichts sowas holistisch zum Beispiel machen?

00:59:55: Weil Ich finde auch Wirtschaftswissenschaften insgesamt gehören dazu Ja Man diskutiert darüber ab muss jeder lernen wie man ein Gedicht interpretiert und diskutiert.

01:00:03: Okay kann man sollte man vielleicht auch sogar bisschen.

01:00:06: Aber ich glaube, es gibt dann solche Geschichten wo wir ja dieses Miteinander wirklich ideologiefrei aber auch wirklich lernen.

01:00:12: Da geht's nicht um links rechts und klassische Modelle, marxistische Modell was auch immer Es geht ja um das Miteinander.

01:00:19: natürlich gehört ein bisschen Wissenschaft dazu Und das gehört auch ein bisschen so die naja das gemeinsame die Konflikte oder die konfliktlösung einfach zusammen

01:00:28: Medienbildung bekommen wird.

01:00:30: also führen wir gerade als Schulfach ein und das ging eher diesem Ansatz schon ziemlich nahe eigentlich

01:00:35: Ja.

01:00:36: Trotzdem ist mir noch mal wichtig zu sagen, dass sich Empörung gut verkauft und das Empörung darauf ausgelegt ist im digitalen Raum.

01:00:45: Ist ja trotzdem nicht gegeben sondern die Strukturen also die Codes und Algorithmen sind ja darauf ausgerichtet weil wir uns hier nicht in der demokratischen Infrastruktur bewegen die auf Dialog Verständigung ausgerichtet ist.

01:01:04: Also auch hier nochmal der Ansatz von Ethics bei Design, wo ich jetzt sagen würde, aus meiner Perspektive heraus würde ich es sogar noch übertragen und würde sagen wir brauchen Peace by Design nämlich zum Beispiel dieses positive Konfliktverständnis und die Reduzierung von Gewalt und die Anlehrung an Gerechtigkeit.

01:01:18: das könnten ja auch Grundannahmen sein auf die eine digitale Infrastruktur aufbaut und ausgerichtet ist dann hätten wir eine ganz andere Debattenkultur und auch eine andere Möglichkeit in Austausch zu treten

01:01:31: Absolut.

01:01:32: Also ich kann das aus eigenem Erleben bestätigen, meine Lebensqualität ist durch den Umstieg hat sich verbessert.

01:01:38: Wir streiten auch auf Mastodon also zum Beispiel die Frage ob Dieter Nuhr der Leo Beckpreis für den Kabarettisten nur gerechtfertigt ist Ob der Zentralrat der Juden des DAF Das wird sozusagen auch auf Masterdom hoch emotional diskutiert Und da bin ich auch nicht immer in der Mehrheitsposition, sondern oft unter denen, die was erklären sollen.

01:02:01: Was zum Beispiel linken Mehrheit dort überhaupt nicht in den Kram passt.

01:02:07: Trotzdem ist es nicht das Gleiche!

01:02:10: Der Hass wird nicht gedroht, es wird nicht Vernichtungsfantasien oder sexualisierte Gewalt... Also ich glaube diese Thymos, diese Empörungskultur hat ja selber etwas Drogenartiges.

01:02:27: Ich glaube, das ist als Alternative im Menschen angelegt aber das ist ja nicht die einzige Art wie wir miteinander kommunizieren können.

01:02:35: und dann glaube ich tatsächlich auch da ist sozusagen welche Eigenschaften des Menschen machen wir denn stark in der Medienumgebung?

01:02:43: Wenn wir Aggressivität befeuern werden wir aggressivere und nicht unbedingt glücklichere Menschen bekommen.

01:02:50: Also da würde ich quasi so wie beim Drogenkonsum, das mag auch wirtschaftlich für den Dealer Sinn machen und trotzdem würde ich sagen, ne lassen wir das natürlich weil es macht die Menschen kaputt.

01:03:00: Und genauso würde ich eben sagen algorithmische Konzernmedien verdienen ein guter Teil ihres Geldes, damit dass sie negative Eigenschaften verstärken.

01:03:10: Darum regulieren wir ja auch jede Form von Drogen entweder komplett illegal oder die die legal sind zumindest mit Auflagen.

01:03:18: schon geht ja bei Zigaretten oder überhaupt Nikotin los was allein Werbung und so angeht.

01:03:22: warum können wir das nicht in der anderen Form mit ... mit den anderen Suchtmitteln machen, ... ... mit der die uns halt dieser Empörungsschuss gibt.

01:03:31: Wir sind ja mehr oder weniger freiwillig auf die Ersatzdroge umgestiegen... ... also mit Must of Dawn und alles.

01:03:37: Er hat mich ja praktisch an Land geholt!

01:03:38: Weil das ist übrigens der Grund.

01:03:40: Ich mag soziale Medien eigentlich gar nicht,... ... ich habe damals Facebook und alles noch so ein bisschen mitgemacht.

01:03:46: Ich mache Instagram höchstens wenn ich mal so eins, zwei von den Folgen als Short raushauen will,... ...ich bin höchestens auf YouTube was immer auch wirklich sozial daran ist.

01:03:54: Aber seit er mir das mit Mastodon so ein bisschen gezeigt, dann merke ich, ah okay ist gar nicht mal so schlimm und man kommt wirklich in den Austausch.

01:04:01: Also wenn du mehr davon hast dass du wirklich einen einigermaßen intelligenten Austausche hast als von der Empörung, dann ist das für Diversum viel besser.

01:04:12: Du hast vielleicht nicht zu viele Reichweite aber du hast mehr Dialog und da würde ich schon sagen es ist sozusagen instrukturelle Landschaft ist Friedensförderlicher, Dialogfördericher erlebe ich zumindest so.

01:04:25: Ich bin mir nur immer unsicher und das wird dann auch die Frage werden, kommen wir langsam zeitlich zum Ende... Ich kann es jetzt natürlich von zwei Seiten betrachten!

01:04:32: Ich kann also sagen der Staat muss, ja?

01:04:34: Also europäischer Digital Service Act oder ich kann sagen die einzelne Person muss.

01:04:40: Ich bin ja auch ausgestiegen, es kamen sogar damals in den Nachrichten als ich mein Facebook-Account gekündigt habe – ich kann also der Einzelnenperson die Verantwortung zu geben!

01:04:50: Ich kann natürlich auch immer sagen alle sind irgendwie verantwortlich.

01:04:53: was würdest du uns oder mir oder uns da mitgeben?

01:04:56: Ist sozusagen immer die Politik gefordert, immer nur die Einzelnern oder immer alle?

01:05:00: Ich bin der Meinung, es braucht ein Wechselspiel Top-Down und Button Up.

01:05:04: Aber nur auf der individuellen Ebene die Verantwortung zu sehen ist zu kurz gegriffen.

01:05:12: In den letzten Tagen finde ich sehr lebenswert mich mit dem Buch von Rainer Mühlhoff beschäftigt Also machtbewusster KI-Ithik Und er spinnt das ja noch weiter.

01:05:23: Er beschreibt wie eben mächtigen, plattformbetreibenden jetzt auch versuchen das staatliche Betriebssystem einzunehmen und dadurch ja dann auch noch mehr Macht einnehmen.

01:05:34: Und wenn all diese Möglichkeiten ja bekannt sind und auch diskutiert werden im Diskurs und er auch die Gefahren in Bezug auf Faschismus dann aufzeigt, ist mein Plädoyer nochmal an die EU zu gucken, wie wir hier Souveränität stärken und eben die bestehenden Systeme oder auch neue wirklich finanziell fördernden und stärkeren.

01:06:01: So dass wir wirklich ein demokratisches Modell auf die Beine gestellt bekommen das tragfähig niederschwellig zugänglich für eine große breite Öffentlichkeit wird.

01:06:14: Das Soziale ist das Erste, was gestrichen wird wenn es wirtschaftlich nicht so gut läuft.

01:06:18: Der Pari hatten wir ja auch eine Folge gehabt.

01:06:20: Paritäische Wohlfahrtsverband?

01:06:22: Genau der Paritänische Wohlfahrtsverband hier jetzt in Baden-Württemberg.

01:06:25: aber ich gehe davon aus die anderen genauso.

01:06:27: Die haben natürlich ihre Angst, weil wir wissen jetzt ja wenn es mit dem Wirtschaftswachstum nicht so gut läuft dann wo kürzt man zuerst?

01:06:34: Na ja meist zu eher im sozialen Sektor und also traurig

01:06:37: das ist.

01:06:37: Wir haben die Diskussion in der Politik gerade über Demokratie leben über das Programm auch zwischen Bund und Ländern.

01:06:43: Auch Hate Aid zum Beispiel ist da direkt betroffen Und ich gehöre halt zu denjenigen die sagen kommt Leute wir brauchen tatsächlich eine Struktur bottom up.

01:06:52: Also ich hätte gerne mehr Geld in den Kommunen weil ich eben glaube, dass sozusagen tatsächlich Demokratie auch immer bottom-up und nicht nur top down funktionieren kann.

01:07:03: Und ich meine ist ja inzwischen kein Geheimnis mehr wenn es eine Energieministerin schafft das alle sechzehn überparteilich alle Kolleginnen und Kollegen sagen was ihr da in Berlin gerade veranstaltet geht halt gar nicht.

01:07:16: dann glaube ich tatsächlich, dass eine gute demokratische Form auch immer föderal nach oben funktionieren muss.

01:07:22: Das ist

01:07:23: ja die Definition von Demokratie!

01:07:24: Also es kommt ja von...

01:07:26: Genau und ich glaube tatsächlich, das unsere Strukturen da nicht resilient sind aufbauen müssten, anstatt abzubauen.

01:07:37: Ich kann mir auch nicht vorstellen wie bei einer schrumpfenden Bevölkerung es helfen soll alles einzusparen und die Leute in Angst zu versetzen da ich sehe nicht wie das den Impuls geben soll tatsächlich sich nach vorne zu entwickeln.

01:07:50: Das ist die Paradoxie eigentlich weil wir haben nun mal abnehmende Wirtschaftsleistungen damit steigt ja gleichzeitig der Extremismus und gleichzeitig deinvestieren wir im sozialen Bereich, was eigentlich eine fatale Kombination

01:08:06: ist.

01:08:06: Also ich würde sagen man müsste Nachfrage orientierten nämlich den Leuten Zuversicht geben dass sie sagen ich baue etwas auf und ich werde das selber tätig.

01:08:15: Ich mache genau die Erfahrung von Selbstwirksamkeit.

01:08:18: Das ist auch das, was Kinder und Jugendliche die Wissen um die Klimakrise, die wissen, was auf sie zukommt.

01:08:23: Und die Frage ist doch nicht ob ich sie damit konfrontiere oder nichts sondern ob ich ihnen die Möglichkeit in ihr Hand gebe trotzdem ein sinnvolles glückliches beziehungsreiches Leben zu führen.

01:08:36: Du hast es jetzt erlebt, wir experimentieren ja auch in diesem Bereich und wir machen das bewusst.

01:08:40: Es ist werbefrei, wir übernehmen alle Kosten selbst.

01:08:43: Das ist sozusagen unser kleiner Beitrag zu einer demokratischen Medienkultur.

01:08:47: Wir machen keinen Cent gewinnen!

01:08:50: Aber wenn wir so natürlich Gäste haben oder Gäster sein dürfen geben natürlich immer das Schlusswort auch an dich und deswegen, was auch immer dir auf dem Herzen ist.

01:09:02: Was auch immer du möchtest dass es das Fiddi-Verse erfährt jetzt ist dein Moment!

01:09:08: Ja Krieg und Frieden betrifft uns alle und wir alle können etwas zum Frieden beitragen in unseren eigenen Umfeld mit unseren eigenen Möglichkeiten.

01:09:19: Find ich ein wunderbar gelungenes Schlusswort.

01:09:22: Ganz, ganz lieb, dass du dir das heute mit uns angetan hast.

01:09:26: Ich freue mich riesig, dass es geklappt hat und ich bin gespannt.

01:09:31: vielleicht haben wir in der Zukunft ja mal wieder so die Gelegenheit für eine einigermaßen lockere Talkrunde bei ein bisschen alternativen Club-Marthe und anderen Getränken zu veranstalten.

01:09:43: wie fandest du's?

01:09:44: Es war sehr intensiv!

01:09:47: Ihr euch entdeckt habt und du sie vorgeschlagen hast, weil das war auch für mich jetzt ein Anknüpfen an die schöne Zeit in Tübingen.

01:09:54: Und ich bin wirklich beeindruckt was er hier im Bereich Friedensforschung wie das weitergegangen ist.

01:09:59: Für mich hat sich heute manches geklärt und deswegen freue ich mich.

01:10:03: es wird sicher wieder eine Folge geben und ihr wird wieder beginnen mit Hallo Herr Professor!

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